Klinikpartnerschaft zwischen Klinikum Nürnberg und Krankenhaus in Bassar

Das Institut für Nachhaltigkeit

hat gemeinsam mit dem Verein Fi Bassar e. V. erfolgreich dazu beigetragen, dass es zu einer Klinikpartnerschaft zwischen dem Klinikum Nürnberg und dem Krankenhaus in Bassar (Togo) gekommen ist.

Erste Vorarbeiten

für diese Klinikpartnerschaft gab es bereits im Oktober 2016. „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“ ist eine Initiative zur Förderung von Partnerschaften, die 2016 von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung finanziert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Partnerschaften zwischen deutschen und ausländischen Gesundheitseinrichtungen.

Es freut uns sehr, dass wir als förderungswürdig eingestuft wurden und somit Fördergelder für den Zeitraum Juli 2017 bis Dezember 2018 zur Verfügung stehen.

Wir wollen mit dieser Klinikparternschaft die hohe Sterblichkeitsrate im Krankenhaus in Bassar (Togo) langfristig senken.

Das Institut für Nachhaltigkeit hat mit dieser Bewerbung auf die Probleme in Bassar aufmerksam gemacht

Togo gehört wie alle Subsahara-Länder zu den ärmsten Ländern in unserer Welt. Die Lebenserwartung der Bevölkerung liegt bei 59,66 Jahren, die Kindersterblichkeit bei 57,66 je 1.000 Geburten. Der HDI (Index der menschlichen Entwicklung) liegt bei 0,476. Knapp 40 % der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben. Die Arbeitslosenquote ist mit 30 % sehr hoch. Etwa 40 % der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze von 1,90 Dollar pro Tag. Die Stadt Bassar liegt im Norden Togos.

Das Krankenhaus in Bassar

hat einen Einzugskreis von ca. 100.000 Menschen. Es werden pro Jahr etwa 20.000 Menschen medizinisch versorgt, davon nur ca. 2.700 stationär.

Im Krankenhaus

sterben viele Menschen aufgrund mangelnder Diagnostik und/oder schlechter Hygiene-Bedingungen. Schwangere müssen zur Geburt eigenes Material, z. B. Handschuhe, mitbringen, sonst werden sie nicht behandelt. Oft fehlen sterile Instrumente zur Durchführung von Operationen. Dies führt häufig zu schwerwiegenden Infektionen nach der Operation.

In der Geburtshilfe

wird aufgrund von fehlenden Diagnosegeräten (vor allem Ultraschall und CTG) und einer damit verbundenen falschen Diagnose immer noch viel zu früh ein Kaiserschnitt durchgeführt, was oft erhebliche Folgen für Mutter und Kind mit sich bringen. Schon eine einfache Verbesserung der Diagnostik (insbesondere der Einsatz von Ultraschall) könnte die Kaiserschnittrate reduzieren und damit auch die Sterblichkeitsrate aufgrund einer durch den Kaiserschnitt verursachten Peritonitis.

Eine Delegation aus dem Klinikum Nürnberg

bestehend aus Ärzten, Krankenschwestern und einer Hebamme wird vom 11. bis 26. Februar 2018 nach Bassar reisen, um das Ärzteteam und Fachpersonal vor Ort u. a. in Ultraschall-Diagnostik zu schulen und um bei allen anfallenden Operationen unterstützend zur Seite zu stehen. Weiterhin sollen die bereits eingeführten Hygiene-Schulungen fortgeführt werden, um eine nachhaltige und langfristige Verbesserung der Gesundheitssituation im Krankenhaus zu erzielen.

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